Anatomie und Physiologie des Hörorgangs

Das Ohr - Entwicklung

Die im Felsenbein liegenden Sinnesorgane für Gleichgewicht und Gehör werden als Labyrinth bezeichnet. Das häutige Labyrinth entwickelt sich am Ende der 4. Embryionalwoche aus einer Sinnesplakode. Die Sinneszellen sind im 6. Fetalmonat ausgereift. Die Gehörknöchelchen entwickeln sich aus einer dorsalen Rezessus der ersten Schlundtasche zwischen ersten und zweiten Kiemenbogen sowie auch die Ohrmuschel.

Die Entwicklung des Ohres ist schon bereits mit der 22. Schwangerschaftswoche abgeschlossen.

Nach klinischen Gesichtspunkten gibt es folgende Unterteilung:

Äusseres Ohr – Ohrmuschel und äusserer Gehörgang

Mittleres Ohr – Trommelfell, Paukenhöhle, Ohrtrompete, pneumatische Räume

Inneres Ohr – Labirinth (Schnecke) und VIII Hirnerv


Die Ohrmuschel

Das Ohrläppchen (Lobulus) ist knorpelfrei

Aufgaben:

· Schalltrichter - Schallaufnahme und erste Verstärkung durch Bündelung des Schalls

· 30 Grad vom Kopf geneigt

· Erlaubt Richtungshören durch stärkere Beugung (Relief) niedrigen Frequenzen

· Dämpfung von Windgeräuschen (Orgelpfeiffresonanz)


Der äussere Gehörgang

Der knorpelige Teil besitzt ein bindegewebiges Dach und ist infolge bindegewebiger Spalten (Insicura Santorini) dehnbar und verschiebar. Die Haut enthält Talgdrüsen und Haare. Das Sekret aus den Talgdrüsen wird Zerumen bezeichnet. Im knöchernen Teil ist die Haut dünn und mit dem Periost verwachsen.

· Gesamtlänge 3-3,5cm / Gesamtvolumen 2-2,5cm3

· Von Aussen 1/3 knorpelig - Isthmus - 2/3 knochig – sehr empfindlich

· Frequenzabhängige Verstärkung bis 20dB bei 2kHz -400Hz.

· Gehörgangsresonanz: open air gain (OEG) Verstärkung des offenen Ohrs


Das Mittelohr

Es besteht aus: Trommelfell, Gehörknöchelchen, Paukenhöhle, Ohrtrompete-Tube, Trommelfellmuskeln, Paukenhöhle, Pneumatischen Räume sowie 2 Binnenohrmuskeln

1. Muskel ist der Muscelus Stapedius (setzt am Steigbügel an) Steigbügelmuskel - ab 70-90dB Reiz gibt er eine reflexartige Kontraktion zum Schutz ab, Dämpfung 5-8dB für ca.10s

2. Muscelus Tensor Tympani (setzt am Hammergriff an)Trommelfellspanner – Reflexartige Kontraktion durch starkes anblasen der Stirn mit Luft, Dämpfung 5-8dB für 2s

Der Gesichtsnerv (Geschmacksinn & Speichelfluss) läuft auch noch durch.



Das Trommelfell besteht aus:

Pars Tensa – grosser gespannter Teil

Pars Flacida- schlaffer Teil –drei Schichten (Epithelschicht, Bindegewebes., radiären Fasern)

Insicura Rivini –kl. Oberer Teil

Farbe perlmuttgrau

Beweglichkeitstest (Valsalva Versuch) Nase zu halten und Druck aufbauen


Fläche des akustisch wirksamen Trommelfells = 55mm2 = 17

Steigbügel 3,2mm2

Hebelwirkung: Hammer, Amboss & Steigbügel: 1,3

Gesamtverstärkung: 17x1,3 = 22fach

Schalldruckpegel: Lp = 20log x 22 = 27dB


Aufgaben des Trommelfells:

· Fläche 85mm2, davon akustisch wirksam 55mm2 (Pars Tensa)

· Umwandlung der Schallwelle in mechanische Schwingungen

· Belüftet durch die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) > Flimmerepithel


Die Ohrtrompete (Tuba auditiva eustachli) ist ca. 3,5 cm lang und besteht aus einem vorderen medialen knorpeligen Teil 2/3 und einem hinteren im Felsenbein liegenden lateralen knochigen Teil 1/3. Sie verbindet den Nasenrachenraum mit der Paukenhöhle. Bei Kinder häufige Infektion wegen der kurzen weiten Tuben. Weit geöffnet werden kann die Tube durch Schlucken oder Gähnen.

Paukenhöhle lässt sich in drei Etagen einteilen und istmit Luft gefüllt und mit Schleimhaut ausgekleidet:

· Hypotympanum (Paukenkeller)

· Mesotympanum (Vo. Wand, Hi. Wand. Mediale Wand)

· Epitympanum (Kuppelraum)


Die Gehörknöchelchen bestehen aus:

Hammer – lat.Malleus > Pars Tensa verbunden

Ambos -lat.Incus

Steigbügel –lat.Stapes – Fussplatte auf ovales Fenster


Das Innenohr besteht aus

Gleichgewichtsorgang, Schnecke-Cochlea und Hörnerv

Das Vestibulum (Vorhof) ist mit der Perylimphe gefüllt. Sacculus und Utrtriculus stehen untereinander durch den Ductus urticulosaccularis in Verbindung.

Die knöchernen Bogengänge stehen in drei Hauptebenen im Raume. Sie erweitern sich von der Mündung in das Vestibulum zur Ampulle.

Die Bogengänge registrieren über die in die Cupula eingelagerten Sinneszellen Drehbechleunigungen in den drei Dimensionen des Raumes.

Der Nervus vestibulochochlearis läuft zusammen mit dem Nervus facialis im inneren Gehörgang.

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Die Schnecke besteht aus:

  • Scala vestibuli – Perylimphe - Natriumreich & Kaliumarm

  • Scala media - Ductus cochlearis – Endolymphe – häutige Labyrinth – Kaliumreich+ Natriumarm

  • Scala tympani – Perylimphe - Natriumreich & Kaliumarm

  • Corti Organ liegt auf der Basilarmebran

  • Tektorial Mebran über dem Cortiorgan

  • Reissner Mebran trennt den Ductus Cochlearis von der Scala vestibuli

  • Hörbahnen

Afferentes System von der Chochlea zum ZNS

Efferentes System vom ZNS zur äusseren Haarsinneszellen.

Tonotopie

Dispersion = Räumlich Trennung nach Frequenz

Hohe Frequenzen haben ihr Amplitudenmaximum nahe des Steigbügels – Tiefe Frequenzen in der Nähe des Helicotremas.

Wir haben

· 3 Reihen äussere Haarsinneszellen - die sind beweglich

· 1 Reihe innere Haarsinneszellen - die sind verantwortlich für die Mechano-chemisch/elektrische Transduktion (Chochlear Amplifier)

Tonotopie

· Wanderwelle > Ovales Fenster > Basilarmebran >Base bis Apex (Helicotrema)

· Cochlea Verstärkung im Wellenmaximum werden durch die äusseren 3 Haarzellen- Reihen erregt (afferent Stereoziten) > Sie pumpen Energie in die Wanderwelle (Verstärkung x 1000) / diese wird durch Energie an die inneren Haarzellen weitergeleitet > Transduktion von Tonotopie und Tonintensität > Signalübermittlung über Hörnerv zum ZNS

Das Knöchernde Labyrinth umgibt als Kapsel das häutige Labyrinth. Zwischen drin liegt der Perylimphraum mit der Flüssigkeit der Perylimphe - Natrium haltig.


Ursachen einer Mittelohrschwerhörigkeit - Schallleitungs-Schwerhörigkeit:

· So kann etwa ein Trommelfelldefekt vorliegen. Durch Trommelfellverletzungen von außen oder im Rahmen von Mittelohrentzündungen kann das Trommelfell nicht in Schwingung versetzt werden.

· Schläfenbeinbruch

· Tubenkatharr chronisch / akut

· Als weiterer Grund für diese Schallleitungsstörung kommt ein Paukenerguss infrage. Dabei sammelt sich im Mittelohr Sekret an, dass die Schallübertragung behindert. Ein Paukenerguss entsteht durch eine Belüftungsstörung der eustachischen Röhre (Ohrtrompete), meist ausgelöst durch einen Infekt der oberen Atemwege oder durch eine Rachenmandelvergrößerung bei Kindern.

· Otosklerose - Möglicherweise liegt auch eine Versteifung der Gehörknöchelchen vor. Häufig auftretende Mittelohrenentzündungen oder auch deren chronischer Zustand können zu einer Versteifung der Gelenke führen, die die Knöchelchen miteinander verbindet. Ein weiterer Grund kann die Unterbrechung der Kette durch eine Verletzung oder eine Entzündung sein.


Ursachen einer Innenohrschwerhörigkeit:

1 Presbiakusis

2 Soziakusis

3 Tinitus

4 Morbus Meniere

5 Akustikus Neurinom

6 Stoffwechselerkrankungen

7 ein Hörsturz oder Arteriosklerose

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