Schwerhörigkeit im Alter

Entwicklung der Hörfähigkeit im Alter

Mit zunehmendem Alter erhöht sich - jedenfalls statistisch - die Wahrscheinlichkeit, dass das Gehör sich verschlechtert. Diese Entwicklung wird gemeinhin als ''Altersschwerhörigkeit'' oder Presbyakusis klassifiziert. Allerdings differenziert eine derartig verallgemeinernde Diagnose weder Ausprägung noch Genese einer möglichen Schwerhörigkeit. Zugleich wird stillschweigend vorausgesetzt, diese Form der Hörminderung sei unausweichlich und betreffe quasi als physiologischer Altersprozess jeden Menschen.

Da viele und höchst unterschiedliche Faktoren an der Entstehung einer Schwerhörigkeit beteiligt sind, sollten für Prophylaxe und Rehabilitation gleichermassen die Prozesse des Hörens im Alter genauer und differenzierter betrachtet werden, den die Anforderung an Kommunikation und damit Hören werden immer grösser.

Hörminderungen beeinflussen die sozialen Bedingungen der Menschen und ihre Fähigkeit zu umfassender Kommunikation sehr stark. Schwerhörigkeit kann zu Misstrauen und häufiger sozialer Isolation führen.

In einer Gesellschaft, die wegen sinkender Geburtsraten und gleichzeitig ständigen medizinischen Fortschritt zunehmend älter wird und wo ältere Menschen nicht mehr unbedingt im familiären Kontext aufgehoben sind, steigt der Anspruch und die Notwendigkeit Älterer an der Teilhabe im sozialen Leben und damit an unbeeinträchtigter, genussvoller Kommunikation.



Ausprägung und Entstehung

Schwerhörigkeit kann in allen Stationen der Hörverarbeitung auftreten, sowohl im peripheren Hörorgan als auch in zentralen Stationen des Hörens bis in den auditorischen Kortex.

Dabei sind Veränderungen im Alter an der Ohrmuschel, im äusseren Gehörgang, am Trommelfell oder den Gehörknöchelchen des Mittelohres nicht messbar, statistisch nicht vergleichbar und vielleicht auch weniger relevant, während degenerative Veränderungen im Innenohr und auch den zentralnervösen Strukturen der Hörbahn nachweisbar sind. Die Altershörigkeit (wörtliche Übersetzung des Begriffs Presbyakusis) wird fast immer synonym zur Altersschwerhörigkeit in sprachlicher Unschärfe verwendet. Aber anders als das Auge, das einer regelmässigen, weitgehend physiologischen Alterung in seinem mechanischen Anteil unterliegt, zeigt die Mechanik des Ohres, das Mittelohr, keine Alterungsprozesse mit messbaren Höreinbussen. '' Das Ohr altert daher nicht in der gleichen Zwangsläufigkeit wie das Auge, Alter und Schwerhörigkeit haben möglicherweise eine mittelbare zeitliche, aber keine unmittelbare kausale Verbindung''. Somit ist die Begrifflichkeit ''Altersschwerhörigkeit'' im Vergleich zu Hörminderung in jüngeren Jahren nicht einsichtig, auch wenn sie dem menschlichen und vor allem ärztlichen Kausalitätsbedürfniss entgegenkommt. Denn noch immer kann Schwerhörigkeit nicht einheitlich und endgültig erklärt werden, allenfalls treten Schwerhörigkeiten bei älteren Menschen als Folge einer ''Gesamtlärmsumme'' auf, die nebenbei auch neuerdings in die Begutachtung von Lärmschwerhörigkeit Eingang findet. Vornehmlich betrifft die Hörminderung im Alter hohen Frequenzen, als Ursache werden daher primär Schäden der Haarzellen des Innenohres angesehen.

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